Craniosacral-Therapie – die stille Kraft für hochsensible Menschen und überreizte Nervensysteme

Dünnes Nervenkostüm – bin ich hochsensibel?

Das gesellschaftliche Interesse am Thema der Hochsensibilität wächst zunehmend. Nicht zuletzt, weil sich immer mehr Menschen von den äusseren Reizen des Alltags überflutet fühlen. Sehnen auch Sie sich nach Ruhe, leiden Sie unter Stress, körperlichen Symptomen oder sind Sie leicht reizbar? Vielleicht sind Sie ja bei Ihren Recherchen auf das Konzept der Hochsensibilität gestossen und fragen sich: «Bin ich hochsensibel?»

Vorneweg: Es handelt sich bei der Hochsensibilität um keine Beeinträchtigung sondern um eine biologische Anlage (siehe unten). Es ist ein Teil des Temperaments, welches sich stabil durchs Leben zieht. Im Gegensatz zu Stresssymptomen die akut oder nur in einer bestimmten Lebensphase auftreten. Es ist nicht immer leicht, diese Prägung zu bestimmen. Das Ergebnis kann durch Krankheit oder traumatische Erfahrung verfälscht werden. Wenn Sie beispielsweise an Stress, Depression, PTBS oder anderen Symptomen leiden, ist Ihre Sensibilität sowieoso deutlich erhöht und eine angeborene Disposition ist schwieriger auszumachen.

Wenn Sie sich überreizt fühlen, sei es aus aktuellem Anlass oder sei es, dass Sie hochsensible sind - die Craniosacral-Therapie kann massgeblich die Regeneration fördern.

Wohltuende Craniosacral-Therapie

Im Vordergrund steht Ihr Bedürfnis nach Ruhe, Langsamkeit und Erholung. Und auch wenn Sie keine biologische Erklärung dafür haben oder sogar zu den wenig sensible Menschen gehörten: In jedem Fall ist Selbstfürsorge angesagt. Und da ist die Craniosacral-Therapie durchaus hilfreich. Die Behandlung führt in eine wohltuende Tiefenentspannung und unterstützt die Regulation des autonomen Nervensystems massgeblich.

Die stille Kraft der Craniosacral-Therapie orientiert sich an feinen, langsamen rhythmischen Bewegungen, ähnlich der Gezeiten. Die präzisen und sanften Berührungen laden den Körper subtil zu minimalsten Bewegungen ein und erlauben den angespannten Strukturen in die Balance zu kommen. Dies bringt eine tiefgreifende und nachhaltige Entspannung mit sich. Das ist allgemein wohltuend bei Stress, überreiztem Nervensystem, Spannungen, Schlafstörungen, Sorgen und Ängsten oder traumabedingten Symptomen. Diese Sanftheit macht die Arbeit mit Craniosacral-Therapie so wertvoll.

Intensive, positive Erfahrung für Hochsensible

Hochsensible Menschen können natürlich genauso an körperlichen und psychischen Erkrankungen leiden wie alle anderen. Tatsächlich sind sie von Traumas und Stresssymptomen mehr betroffen, da sie leichter überreizt sind. Aus meiner Erfahrung sprechen hochsensible Menschen ausgesprochen gut auf die sanfte Craniosacral-Therapie an. Sie verarbeiten aber auch dieses Erfahrung anders als durchschnittlich oder wenig sensible Menschen. Im Allgemeinen erleben sie den Prozess besonders intensiv und als nachhaltige Wohltat.

Hochsensibilität kurz erklärt

Bei der Hochsensibilität handelt es sich um eine biologische Disposition in der Reizverarbeitung. Hochsensible sprechen stärker auf psychische und sensorische Reize an als durchschnittlich oder wenig sensible Menschen.

Dr. Elaine Aron erwähnte erstmals 1996, dass ca. 20% der Menschen hochsensibel seien und eine höhere Verarbeitungsintensität der Reize aufwiesen. Dies mit all den Vor- und Nachteilen, die eine hochsensible Veranlagung so mit sich bringt. Gemäss ihren neuesten Erkenntnissen, handelt es sich um eine angeborene Präferenz. Sie beinhaltet eine besonders sorgfältige Informationsverarbeitung, angetrieben von der höheren Empfänglichkeit für sensorische Reize und von hoher Emphathie. Es ist die angeborene Kompetenz mehr und subtilere Informationen gleichzeitig als andere aufzunehmen zu verarbeiten. Mehr Informationen und sorgfältige Verarbeitung braucht etwas Zeit und folglich handeln Hochsensible in der Regel nicht übereilt.

Gegner bemängeln am Konzept, dass es Verhaltensweisen und Erlebniswelten als unveränderlich festmache. Gerade weil es als biologisches Phänomen gälte, zeige es zu wenig Veränderungspotenzial für Betroffene. Befürworter entgegnen, dass sich Menschen, die sich als Hochsensible wiedererkennen, darin durchaus Erleichterung fänden. Unter anderem auch, weil sie ihre Disposition in der Gesellschaft besser einordnen könnten. Dies bringe bereits eine wesentliche Veränderung in ihr persönliches Erleben und erweitere ihren Handlungsspielraum. Ich kann diese Vorteilen nur zustimmen. Zumal ich die Erfahrung gemacht habe, dass sanfte Körpertherapien massgeblich zur Regeneration und Stabilisation von Hochsensiblen beitragen.

Diverse Ratgeber dazu finden Sie im Buchhandel.

Herzlich, Claudia Patricia Kronenberg

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